Aus dem Leben einer Sozialpädagogin

Die Woche hat mal wieder mehr als besch***** angefangen.
Ein Grund mehr mal einen typischen Montagmorgen zu beschreiben.

09:15 schon wieder viel zu spät. Schnell ins Auto, CD in den Player und losgefahren. Erste Station Horn.
09:35 Fünf Minuten zu spät. Das ist wohl im Rahmen. Bei der Klientin geklingelt und warten….nochmal klingeln und innerlich schonmal fluchen, dass anscheinend niemand da ist und ich umsonst aufgestanden bin.


09:45 wieder ins Auto gestiegen und auf die B5 Richtung Bergedorf. In Gedanken überlegen was ich in der freien Zeit im Büro machen könnte. Bloggen?
09:55 BLITZ! Das Gehirn war noch zu gelähmt um die Information ‘mobiler Blitzer am Straßenrand = abbremsen” zu verarbeiten. Entsetzer Blick aufs Tacho. Ca. 15km/h zu schnell. Die Halsschlagader schwillt weiter an.
10:05 Beschließe kurz bei einer Klientin vorbeizuschauen die seit zwei Wochen abgetaucht ist. Aufs Klingeln reagiert niemand. Fenster ist aber im Gegensatz zu letzter Woche angekippt. Dann scheint es ihr wohl gut zu gehen.
10:15 Vorm Büro geparkt. Hoch vor den PC und mit der Kollegin Informationen über gemeinsame Klientin austauschen.
10:30 Stundenzettel für letzte Woche ausgefüllt.
10:35 Stundenzettel für letzte Woche ausgefüllt die Zweite.
10:45 Stundenzettel für letzte Woche ausgefüllt die Dritte. Gehirn arbeitet definitiv noch nicht richtig mit. Aller guten Dinge sind drei.
11:00 Die ersten beiden Versionen des Stundenzettels geschrettert.
11:05 Verschollene Klientin ruft an. Ihr gehts gut. Ob ich heut Nachmittag vorbeikommen kann. Klar. Ich bin ja flexibel. Adé früher Feierabend.
11:30 Eigentlich sollte die zweite Klientin für heute jetzt langsam im Büro eintrudeln.
11:45 Immernoch niemand zu sehen
12:05 SMS: Klientin kann heute leider nicht. Meldet sich wegen neuem Termin. Super. Halsschlagader ist bis zum Bersten angeschwollen. Effektiv heißt das mindestens drei Stunden zu früh aufgestanden. Bilanz bis jetzt 0/2.
12:15 Rüber zu Edeka. Mittagessen kaufen. Abkürzung über den Parkplatz durchs Gebüsch. Da hat jemand einen riiiiiesigen Haufen hingelegt. Riesengroß. Und es war kein Tier. Es sei denn Tiere benutzen Tempos. Hab keinen Hunger mehr.
12:30 Auf dem Rückweg Augen und Nase an der Stelle zugemacht.
12:55 Das Büro füllt sich mit Leben. Eine Kollegin hatte Geburtstag. Es gibt lecker Baguette mit Dips. Endlich mal was positives.
13:00 Besprechung mit Kollegen mit denen ich gemeinsam betreue. Klientin hat Suizidgedanken wegen einer Sache in die sie sich selber reingeritten hat. Warum hören die eigentlich nie auf mich?
13:30 Dienstbesprechung. Ich muss Protokoll schreiben. Werde für meine schöne Schrift gelobt. Ich könne das ja jetzt immer machen. Ähm, nein!
15:15 Bin zugeparkt.
15:20 Tanken. Immer am Montag. Immer an dieser Tankstelle. Ist immer die Günstigste. Wie immer brauchen alle ewig.
15:30 Auf nach Hamm. Leistungsnachweis vergessen unterschreiben zu lassen. Eigene Doofheit. Klientin so, als sie mir die Tür öffnet: “Oh, mit Ihnen hab ich ja gar nicht gerechnet.” Nee ist klar, hatten ja nur heute morgen telefoniert und das abgesprochen. Aaaaaah, ich brauch ein Beißholz. Unterschrift gabs dann trotzdem.
16:00 Wieder ins Auto und wieder nach Bergedorf (wo ich grad herkam).
16:20 Verschollene Klientin öffnet tatsächlich die Tür. Schule geschmissen. Daher zum Nachdenken abgetaucht. Aufbauarbeit leisten.
17:20 Schnell nochmal ins Büro. Die letzten Leistungsnachweise abgeben. Monatsabschluss…
17:30 Ab in Auto und nach Hause!!
18:00 Ohne nochmal geblitzt zu werden zu Hause angekommen, eingeparkt, aufs Sofa, Verbotene Liebe gucken und nie wieder aufstehen.

Bilanz: 65km auf dem Tacho, 2/5, und müüüüüüüde.

3 Kommentare zu „Aus dem Leben einer Sozialpädagogin“

  • Jule:

    Alex schrieb:
    öhm. ich will nicht tauschen :mrgreen: das klingt nach oberkacke. da war mein tag ja paradiesisch dagegen. 10 Stunden Bibliothek mit Mittagsschlaf aufm Fussboden…näh.

  • Der Lord:

    Ein ganz normaler Tag eben… ich hatte dagegen einen ungewöhnlichen Tag… ich war Model und meine Bilder waren nach wenigen Versuchen im Kasten… dafür haben meine Kollegen und Kolleginen schöne Augen… sagt Roberto…!

  • Hört sich nach einem klassischen Fall von Alltagsstress an. An deiner Stelle, würde ich in den nächsten Flieger steigen und mal eine Runde am Strand abschalten.

Kommentieren